Archive for März 2010

Amis kritisieren Menschenrechtslage in Europa

12. März 2010

Ach du grüne Neune! Papa, hol die Waffen aus dem Schrank, ick glob die Amis kommen!

Es lässt einen aufhorchen, wenn das US-amerikanische Außenministerium die Menschenrechtslage in Europa kritisiert, wie soeben in einem druckfrischen Bericht aus Washington geschehen.

So heißt es laut Zeit Online:

Als Beispiel für „Diskriminierung und Schikanen“ von Muslimen führt der Bericht das Minarettverbot in der Schweiz an…

Von religiöser Diskriminierung betroffen seien in Deutschland vor allem Anhänger von Scientology.

Der komplette Artikel findet sich hier!

So so… Das Minarettverbot ist also eine Schikane / Diskriminierung. Alles klar – aber muss es nicht jedem Schweizer vorkommen, als würde er von einem Kannibalen für seine Essgewohnheiten kritisiert werden? Es kommt mir vor, als hätte diese Kritik einen faden Beigeschmack… warum nur… ACH JA! Da fällt es mir wieder ein. Sind nicht die USA diejenigen, die ein Milliardenbudget dafür verbraten, den Irak und Afghanistan mit Kampfjets, Hellfire Raketen, Cruise Missiles und allerhand anderem rüstungstechnischem Schnickschnack in kleine Stücke zu bomben? Zugegeben, Afghanistan war schon ein großer Staubkrater bevor man diese neue Runde des Kampfes für die Menschenwürde gestartet hat… Keine Schikane zu erkennen?

Halten die USA nicht Moslems wie Tiere in Käfigen in ihren Geheimgefängnissen und Lagern, bauen fleißig Menschenpyramiden aus nackten Arabern, foltern, misshandeln und quälen als ginge es um einen Guinnessbucheintrag? Schikane zum Ersten, Schikane zum Zweiten…

Und Scientology?! Diskriminierung ok – haben sie sich auch verdient – aber was hat das bitte mit Religion zu tun? Nicht jede Ansammlung machtgeiler Soziopathen, verhinderter Science-Fiction Autoren und sexuell frustrierter Hornbrillenträger, die den Bezug zur Realität vollkommen verloren haben ist gleich eine Glaubensgemeinschaft! Sonst wäre das Internet Cafe bei mir um die Ecke auch eine Religion! Oder die Katholische Kirche! Moment mal… Touché Amerika – wo ihr Recht habt, habt ihr Recht. Sollte man nun den Papst mit L. Ron Hubbard auf eine Stufe stellen… oder sind sie es sowieso schon längst?

Jedenfalls muss man sich bei aller Liebe auch die Frage stellen, WOHER eine Kritik kommt! Und die kommt nun mal aus dem Land der bibelfanatischen Turbochristen. Also sollte man vielleicht an dieser Stelle die Bibel zitieren. Wie wäre es mit Jesus Bergpredigt?

„Heuchler, entferne zuerst den Balken aus deinem Auge. Dann wirst du klar sehen und kannst den Splitter aus dem Auge deines Bruders ziehen.“

Uuuuuuhhh, yeah!

Urban Sports 3

10. März 2010

Da haben sich ein paar echt was getraut. Diese Übung ist gut für den Blutdruck, die Beinmuskulatur und die Beckenmuskeln. Einfach mal das nächste Pokerturnier überfallen. Die Übung kann aber durchaus auch variiert werden – wie wäre es mit einem bewaffneten Raubüberfall auf das nächste Hundezüchtertreffen, die nächste Ms. Germany Wahl (eventuelle Geiselnahme?) oder den nächsten SPD Parteitag? Wenn die Genossen dann die Arme heben, regnet es bestimmt Anzeigen wegen Volksverhetzung, aber das ist ein anderes Thema.

Jedenfalls könnte der Überfall auf das Hyatt Hotel locker Grundlage für eine Gaunerkomödie a la Bang Boom Bang sein. Ein paar sympathisch schusselige Gangster machen sich auf, um das große Geld zu erbeuten. Und mal ehrlich – welcher Durchschnittsbürger hat schon was dagegen, wenn ein Luxushotel ausgeplündert wird und dabei keiner zu schaden kommt? Aufmerksam beobachtende Gäste haben wohl erkannt, dass die Täter südländischer Herkunft gewesen sein sollen. Dabei fällt mir ein, dass mein Bayrischer Onkel (schwarze Haare + Schnauzer) letztens von der Polizei kontrolliert wurde, weil man ihn für einen türkischen Schwarzarbeiter hielt – natürlich in Bayern. Aber das ist auch wieder ein anderes Thema…

Von mir aus hätten die Täter noch ne dicke Wurst in die Lobby kacken sollen, aber dann hätte man sie wahrscheinlich sofort anhand der DNA-Spuren gefunden.

„Toto?“ „Ja? Was, Harry?“ „Wir ham’ ne heiße Spur. Riech ma!“ „Riecht irgendwie arabisch, oder? Ich würde sagen libanesische Großfamilie.“ „Wuff Wuff Wuff, Grrrrrrr…..“

Aber was war eigentlich mit diesem Wachmann los?! BILD und B.Z. überwarfen sich mit Lobpreisungen für den „Mutigsten Wachmann Berlins“, „Berlins Super-Wach-Mann!“, bla bla bla (ich paraphrasiere an dieser Stelle). Der Mann hat kein Kleinkind vor dem nahenden Auto gerettet, sondern irgendjemandem einen Sack Geld aus der Hand gerissen. Wie wär’s mit: „Lebensmüder Volltrottel riskiert Leben für Hotel“?

Natürlich ist es der wahr gewordene feuchte Traum der Springer-Presse, dass ein beschissen bezahlter Wachmann sich SO mit seinem Arbeitgeber identifiziert, dass er für seinen jämmerlichen Stundenlohn sein LEBEN (vielleicht auch das anderer Anwesender?) riskiert, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. Ganz ehrlich – man muss schon gehörig einen an der Waffel haben, wenn man sich für 8 Mark Fuffzig die Stunde in bestem Kamikaze Stil auf den Räuber stürzt, komme was wolle! Vielleicht erlag der gute Mann ja kurzzeitig der Illusion, dass es SEIN Hotel wäre, das grade ausgeraubt oder SEIN Geld wäre, dass grad geklaut wird. Aber am Ende hat er sich bestimmt doch über die Anerkennung gefreut, die ihm zuteil geworden ist und vielleicht hat er in einer ruhigen Minute der Besinnung im Geiste dem lieben Gott (oder auch den Räubern) gedankt, dass die Gangster ihm nicht ein zweites Arschloch geschossen haben.

Homosexueller Rap aus dem Ghetto

9. März 2010

Homophobie kann laut Wikipedia unter den Begriff „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ gefasst werden. Das klingt zwar prinzipiell nach etwas, woran die SPASSMASKE ihre Freude haben könnte, bei genauerem Hinsehen wird allerdings schnell deutlich, dass es sich dabei lediglich um eine irrationale Angst handelt – die Homophobie ist so etwas wie der kleine, krummfingrige Bruder des Rassismus, aus dem Mund riechende Cousin des Sexismus und manchmal erwischt man die beiden auch am Stammtisch mit Chauvinismus und Xenophobie. Dann erzählen sie sich Geschichten darüber, wie sie ihre Frauen schlagen, Tiere quälen und bei Rossmann heimlich Löcher in Kondome pieksen. Insgesamt ein eher ungemütlicher Haufen, dem man vor allem nicht nachts begegnen möchte.

Manchmal treffen sie sich auch im Hinterhof, stellen sich um eine brennende Mülltonne und rappen ein wenig in der Abenddämmerung. Dann wird kräftig gedisst, es werden Bitchez und Mütter gefickt und schwule MCs in die Gaskammer gesteckt. Wer diesen Satz nicht verstanden hat, ist eindeutig nicht mehr auf dem neuesten Stand in Sachen Jugendkultur und sollte bitte zumindest keine Filme über das Hip Hop Milieu machen (Ja Bernd Eichinger, ich meine dich).

Manchmal wehren sich die schwulen MCs aber auch und sind gar nicht beleidigt, wenn man sie schwul nennt. Z.B. in der künstlerisch hochgradig wertvollen ReimBattleArena, in der sich Halbstarke und die, die es mal werden wollen „battlen“ können. So mancher beweist aber auch wahres Talent. Und das hört sich dann so an:

SPASS im besetzten Haus

7. März 2010

Da war ich letztens in Weimar und landete in einer Bastion des linken Widerstands – im Besetzten Haus. Das glaubte ich zumindest im ersten Moment. Endlich die Menschen persönlich treffen, die Autos von Spießbürgern anzünden, die besten Rezepte für Molotowcocktails austauschen, Gewalt gegen den Staat und seine Organe praktizieren und sich den Zwängen der Konsumgesellschaft entgegenstellen.

Draußen an der Wand war ein großes Bild von Mumia Abu Jamal – Flagge zeigen, nenn ich das! Das Herz pochte ein wenig, ich wischte eine kleine Freudenträne aus meinem linken Auge. Nun würde ich endlich den frühlingshaften Windhauch der Revolution durch mein Haar wehen spüren, einen Mikrokosmos der wahren Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit erleben, würde die Faust ballen und gen Himmel recken und mich einreihen, wenn auch nur für einen kurzen Moment, in die kampfbereiten Massen, um den Frust herauszubrüllen, die Gerechtigkeit zu erstreiten. Und wie immer, wenn ich mich wirklich auf etwas freue, kommt es ganz anders.

Zuerst wurde ich von meinem Gastgeber, einem Anwohner besagten Hauses, durch einen Gang zu einer Tür gebracht. Diese führte uns in – nun ja – in eine Bar, würde ich sagen. Ich dachte, zuerst es sei nur ein Fehler in der Matrix, bzw. eine geringfügige Störung im Raum-Zeit-Kontinuum, die mich plötzlich in einer X-beliebigen Friedrichshainer Kneipe hat landen lassen. Wie so oft, irrte ich mich. Ich war tatsächlich in einer (fast stinknormal anmutenden) Kneipe! Zwar wehten dicke Marihuanawolken um mein Haupt, aber das wäre in Berlin ja auch nicht ungewöhnlich.

Nach einer Weile brachte uns unser Gastgeber eine Treppe hinauf in sein Zimmer. Was würde mich erwarten? Bombenbastelnde Bärtige? Waffenarsenale? Diskussionsrunden mit anderen vom System angefressenen Antikapitalisten? Nicht ganz…

Im Zimmer angelangt, erwartete mich abermals ein nicht ganz ungewohnter Anblick… der einer stinknormalen WG-Küche. Ich lobte die Geräumigkeit des Domizils und ließ meine Blicke schweifen. Scheinbar wollen auch Hausbesetzer nicht auf Gewürzregale verzichten…und auf Tische, Stühle und gottverdammt nochmal ALLES, was eine stinknormale Küche auch hat! Mit detektivischem Spürsinn entdeckte ich einen Zettel an der Wand, der monatliche Zahlungen von 100 Euro ankündigte (das Wort „Miete“ wurde peinlichst vermieden). Scheinbar wollen Hausbesetzer auch lieber nicht auf Strom und fließend Wasser verzichten. Wie sich herausstellte, wollte Weimars Che auch nicht ohne andere moderne technische Errungenschaften leben. So präsentierte er mir (nicht ganz frei von Stolz) auf meine rhetorische Frage, ob er denn Internet hätte, sein MacBook! So lässt es sich leben! Irgendwann schmiss er uns dann auch raus, er hatte wohl einen Termin am nächsten Tag und ich konnte nicht umhin zu denken, dass die Träume dieses Revolutionärs insgesamt doch sehr bürgerlich waren…

Hackt dem Knut die Klöten ab!

5. März 2010

Man könnte denken, dies wäre einer der üblichen Aufrufe der SPASSMASKE, die Welt ein wenig schlechter zu machen. Doch weit gefehlt! Andere wollen dem Lieblingseisbären der Nation ans Fell. Nämlich die Tierschutzorganisation PETA. Die wollen Knut kastrieren, damit er nicht Giovanna begattet. Was sich anhört, wie eine skurrile Mischung aus Film Noir und Sodomieporno, ist nichts weiter als der heldenhafte versuch von PETA, Inzucht zu verhindern! Knut und Giovanna haben nämlich einen gemeinsamen Großvater.

Man stelle sich vor, PETA hätte damals die Inzucht im Menschenaffengehege verhindert – was wäre der FC Bayern München ohne einen Oliver Kahn gewesen? Die offizielle Begründung ist, dass die armen Nachkommen der beiden unter Inzuchtdepressionen leiden könnten. Vermutlich wäre es auch extrem ungünstig für das Image des Berliner Zoos, wenn Knuts erste Nachkommen zwei Köpfe und acht Beine hätten – quasi die Eisbärenvariante eines US-amerikanischen Südstaatlers.

Laut Junge Welt hat die Sache jedoch einen Haken. Knuts potentielle Bettgenossin wird nämlich noch bevor die beiden Geschlechtsreif sind zurück in den Münchner Zoo kommen, hat also keine Zeit Inzuchtbabys zu werfen! PETA (als Tierschutzorganisation!) will also mit einer fadenscheinigen Begründung einem Bären (nicht mal ein Problembär) die Eier abhacken, um die Publicitytrommel für sich zu rühren! Ein Skandal erster Güte!

War da nicht was gewesen…?

3. März 2010

Ist es nicht schön, dass man sich wenigstens noch auf das US Militär verlassen kann?! Wenn es Probleme gibt, dann ist es fix zur Stelle – die USA müssen schließlich ihrem Ruf als Verteidiger der abendländischen Kultur, der Moral in ihrer Essenz und der ausgewogenen Ernährungsweise gerecht werden. Obendrauf ist man noch Weltpolizist und langsam zusammenschrumpelnder Hegemon, dessen gierige Griffel langsam von der Arthritis verkrümmt werden. Aber wie gesagt: Wenn es irgendwo Probleme gibt, dann stehen John Jay Rambo und Konsorten auf der Matte und sorgen wieder für Recht und Ordnung. Zugegeben, wenn in Schwarzafrika der Genozid ausbricht, dann kann es schon mal sein, dass man die richtige Adresse nicht findet, aber wenn Öl in der Nähe ist oder die geostrategische Lage des Krisengebietes günstig erscheint, gibt es in dieser Beziehung keine Probleme.

Was will das US Militär wohl in Haiti? Zumindest sind Zweifel angebracht, ob es tatsächlich um die Unterstützung der Not leidenden schwarzen Bevölkerung geht. Andernfalls könnte man ja erst die Missstände im eigenen Haus in Ordnung bringen. Warum landen keine Marines in Watts, South Central L.A. oder in den Ghettos ums Weiße Haus, um die Lage dort in Ordnung zu bringen, den Menschen zu helfen und Leben zu retten?

Könnte es etwa sein, dass die Amerikaner andere Interessen verfolgen (zwinker, zwinker)? Ein kleiner Blick in die Geschichte Haitis kann an dieser Stelle helfen. Die erste amerikanische Militärintervention in Haiti erfolgte im Jahre 1888. Da ging es um einen von den Haitianern festgehaltenes Schiff, dass die Amis wiederhaben wollten (Punkt für Uncle Sam?). 1889 wollten die USA sich dann eine zu Haiti gehörende, aber unbevölkerte Insel unter den Nagel reißen. Da ging es um Ressourcen, nämlich Phosphat, das wichtig für den amerikanischen Agrarsektor war. Die Verwaltung der Insel wurde der in Maryland ansässigen Navassa Phosphate Company of Baltimore unterstellt – ergo den Interessen des Kapitals. Wie wir sehen werden (und nur für die naivsten der Naiven überraschend) werden diese Interessen durch das US-Militär verteidigt. Folgendes passierte: Die ausgebeuteten schwarzen Arbeiter begannen ihre weißen Vorgesetzten in kleine Stückchen zu hacken. Zerstückelte Vorgesetzte sind nicht gut fürs Geschäft und Schwups – im Mai 1891 fangen die Marines an, auf der Insel zu landen und wieder für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Danke!

Die geostrategische Wichtigkeit der Region stieg, als klar wurde, dass man entweder in Nicaragua oder in Panama einen Kanal baut (Panamakanal). Im Zuge dieser Entwicklungen, waren die USA bestrebt in der gesamten Karibik Marine Stützpunkte zu errichten. Im Jahre 1870 schlug US-Präsident Ulysses S. Grant vor, die Dominikanische Republik (gleich neben Haiti) einzunehmen, der US-Senat lehnte diesen Geistesblitz jedoch ab.

Als die Deutschen sich dann auch in der Gegend breitmachen wollten, fanden das die Amerikaner natürlich überhaupt nicht Knorke (siehe Monroe Doktrin). Den europäischen Machtinteressen sollte entgegengetreten werden. Im Laufe der Zeit wurden demokratische Bestrebungen der Haitianer durch die USA unterstützt, natürlich nur, wenn der Kandidat genehm war – ahh – wahre Demokratie ist doch schön! Die USA diktierten den Haitianern eine Verfassung nach ihrem Gusto (dieser Satz ist doppeldeutig, ihr könnt euch aber denken nach WESSEN Schnauze!) und saugten sie in bester Vampirart ökonomisch aus.

Weitere Infos gibt’s hier!

Glücklicherweise haben sich die treibenden Kräfte der US-Außenpolitik ab der Mitte des 20. Jahrhunderts grundsätzlich geändert, man entschied sich für die Verfolgung einer altruistischen Politik und jeglicher Machtbestrebung zu entsagen. Darum kann man beruhigt sein, wenn nach einem Erdbeben in Haiti Tausende US Soldaten landen – sie wollen bestimmt nur Gutes.

Aber vielleicht wollten die Amis auch nur mal HAARP ausprobieren…
Zumindest wenn man Chavez glaubt.