Archive for Juni 2011

Großstadthippies, Glasscherben und Gaumengold

5. Juni 2011

Ich laufe zur Bushaltestelle und schiebe mich an der alternativ angehauchten Hippiebraut mit der Feder im Haar vorbei, zum Busplan. Ich greif in meine Tasche und ziehe mein Handy heraus, um die Uhrzeit zu erfahren. Sie bewegt sich kaum merklich einen Schritt auf mich zu. Die will doch nicht klauen, denk ich mir. Sie fragt nach der Uhrzeit und duzt mich. Kenne ich sie? Sind wir alte Freunde? Ich blicke an ihr herab – sie trägt keine Schuhe. Wer keine Schuhe hat, will bestimmt nicht mein Handy klauen. Man würde sich ja wahrscheinlich erstmal ein paar Schuhe besorgen, oder?! Ich sage ihr die Uhrzeit.

Sie scheint vorerst befriedigt, bewegt sich wieder ein paar kaum merkliche Schritte von mir weg. Ich betrachte sie wieder. Sie trägt immer noch keine Schuhe. Ich blicke mich um. Eine Scheibe der Bushaltestelle ist eingeschlagen. Der ganz normale nächtliche Großstadtvandalismus. Überall liegen kleine Scherbenkristalle, die wie Edelsteine den Asphalt zieren. Schön, denke ich mir. An der Bushaltestelle sitzt ein notorisch auf den Boden spuckender Sozialhilfeempfänger. Schön, denke ich mir.

Ich bringe allen meinen Charme auf und frage die junge Hippiedame auf meine symphatischste Art: BIST NICH VON HIER, WA? Sie guckt mich etwas verwundert an. WO SINDEN DEINE SCHUHE?! DU WEISST SCHON, DASS HIER JEDER QUADRATZENTIMETER VOLLGEKOTZ, VOLLGEPISST UND VOLLGESCHISSEN IST, ODA? Scheinbar findet sie meine Art etwas forsch. Sie blickt mich skeptisch an. SCHÖNE FEDER! IS DET STRASSENTAUBE?

Scheinbar ist der Bogen überspannt. Sie läuft mit kaum merklichen Schritten den Bürgersteig entlang. Ich blicke ihr nach und sehe, wie sie in eine Glasscherbe tritt.

Advertisements

Vespas, Club Mate und Intensivtäter

3. Juni 2011

Für alle die sich das ungentrifizierte Berlin ins Wohnzimmer holen wollen, gibt es folgenden Geheimtipp:

http://100xbln.de/

Der Künstler arbeitet mit Collagen, die alle einen Berlinbezug haben, dekonstruiert, rekonstruiert, zerstückelt, quetscht zusammen und kämpft an vorderster Front im urbanen Dschungel. Nach und nach werden mehr und mehr Werke veröffentlicht.

Leider musste ich wieder feststellen, dass ein gewöhnlicher Spaziergang durch Berlin sehr schmerzhaft sein kann. Zumindest für jemanden wie mich, der noch nicht vollkommen szeneverblödet und lifestylegefickt ist, ist es pure, visuelle Peinigung Heerscharen von kompletten Volltrotteln durch die Straßen hüpfen zu sehen.

Berlin ist zur Spielwiese der möchtegernalternativen Kinder gutbetuchter Süddeutscher und verschiedenster ehemaliger Dorfbewohner geworden, die in der Hauptstadt den Höhepunkt ihrer postpubertären Sturm- und Drangphase ausleben.

In dieser Selbstfindungsphase wird versucht, durch Accessoires wie Club Mate Flaschen, enge Hosen, möglichst unangepasste Haarschnitte und Drehtabak die Illusion von Individualität zu erschaffen. Am Ende des Tages geht genau das jedoch nach hinten los und jedes dahergelaufene Arschloch lebt das gleiche Leben, hat den gleichen Geschmack und trinkt das gleiche verschissene Bier.

Der durchschnittliche Berliner findet das natürlich SCHEIßE!!! Diese Stadt war immer ein Hort der Anomalität, die sie von andere konservativen Bastionen Deutschlands unterschieden hat. Leider zieht diese Stadt inzwischen Idioten aus aller Welt an, wie ein frisch geschissener, dampfender Haufen Kacke die Fliegen. Und wer heute noch hip ist, Ingwer-Lichy Bionade trinkt, seinen MILCHKAFFEE schlürft und schwülstig über die Welt diskutiert, ist oft nur eine Larve, die sich früher oder später als das entpuppt, was diese Stadt auf keinen Fall braucht. Noch mehr überangepasste Holzköpfe, die unter dem Deckmantel der Individualität Berlin in eine Exklave des Schwabenländles verwandeln. Wo sind die vielgepriesenen jugendlichen Intensivtäter, wenn man sie braucht?

EHEC Quelle gefunden – Achsel des Bösen

2. Juni 2011

Deutsche Forscher des Robert-Koch Instituts haben die Quelle des gefährlichen EHEC Virus entdeckt. Offenbar entsteht der hitze- und kälteresistente Erreger in Angela Merkels rechter Achselhöle. Merkel, die offenbar von der von ihr ausgehenden Gefahr wusste, versuchte jegliche Spuren zu verwischen.

Politische Berater rieten ihr zu einem groß angelegten Ablenkungsmanöver. Im Rahmen der vom Kanzlerarmt gestarteten Desinformationskampange wurde unter anderem versucht, den Verdacht auf norddeutsches Gemüse und Gurken aus Spanien zu lenken. Beobachter wurden jedoch stutzig, als im rechten Flügel der CDU vermehrt Ehec Symptome auftraten.

In Insiderkreisen wir gemutmaßt, dass die iranische Regierung der Kanzlermaschine aus diesem Grund vor kurzem das Überflugrecht über den Iran verweigerte. Offenbar wussten die Iraner von der von Merkel ausgehenden biochemischen Bedrohung. Der iranische Geheimdienst befürchtete eine kontrollierte Sprengung der Kanzlermaschine, die Merkels Überreste breitflächig über dem iranischen Staatsgebiet verteilt hätte, um eine Ehec Epidemie auszulösen und so das iranische Atomprogramm zu stoppen.

Laut Regierungsangaben befindet sich Merkel im Moment in einem Quarantänezelt, von dem aus sie weiter die Staatsangelegenheiten leitet.