Archive for Januar 2012

Kinski auf Crack

29. Januar 2012

Ok, ich gebe zu, der Titel ist etwas reißerisch. Kinski war natürlich nicht auf Crack, nur auf massenweise Koks. Hier sehen wir ihn, wie er einen Monolog spricht. Es ist eindrucksvoll, was dieser Mann auf der Bühne macht. Dazu braucht er nur seine unglaubliche Stimme, einen radikalen Text über Jesus und sein riesengroßes Ego. Mixt man diese Elemente mit einem 70er Jahre Hippie / Revoluzzer Publikum, kommt es zu einer explosiven Mischung. Das Publikum rebelliert gegen Kinski, Kinski schießt zurück. Großartig! Sollte man sich schnell angucken, so lange es noch auf YouTube zu finden ist!

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Satiriker spielt Hassprediger

27. Januar 2012

Der ehemalige Kreuzberger Gangsta-Rapper Deso Dogg hat seinen alten Lebensweg hinter sich gelassen. Mittlerweile hat er sich aus ganzem Herzen der Kunst verschrieben. Momentan arbeitet er an einem außergewöhnlichen Satireprojekt namens „Abu Malik“. Er gibt dabei vor, ein radikaler salafistischer Prediger zu sein, der von seiner kriminellen Vergangenheit geläutert ist und nun mit seinem gesamten Herzblut dem Islam verschrieben hat. Die Kunstfigur Abu Malik hält flammende Reden in grammatikalisch fragwürdigem Deutsch, gibt sich martialisch kampfbereit und persifliert andere Größen der Islamistenszene, wie den speckbäuchigen rheinländischen Prediger Pierre Vogel, der auch immer mal wieder für einen Lacher gut ist.

Selbst der Verfassungsschutz und das Bundeskriminalamt sind Abu Maliks unbestrittenem schauspielerischen Talen auf den Leim gegangen und gingen bis vor wenigen Tagen davon aus, das Abu Malik eine tatsächliche Bedrohung für Deutschlands demokratische Grundordnung sei. Mittlerweile wurde das Projekt allerdings in Beamtenkreisen als Satire entlarvt und alle Ermittlungen diesbezüglich wurden eingestellt. Offensichtlich ist der Künstler mit seinem letzten Streich zu weit gegangen und hat sich somit selbst enttarnt. Den Refrain des Kinderliedes „Lasst uns froh und munter sein“, dichtete Ex-Deso Dogg kurzerhand um in „Lä a li a illa la, heut‘ sind die Dschihadisten wieder da“. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war der Verdacht, auf einen Hochstapler hereingefallen zu sein, bei den Ermittlungsbehörden zu groß, um ihn weiter zu ignorieren. Sie erklärten, sich nicht mehr mit dem Fall „Abu Malik“ zu befassen, die Akte sei geschlossen.

Abu Malik selbst spielt jedoch weiterhin seine Rolle, ohne sich von der vermeintlichen Enttarnung beeindrucken zu lassen. „Die Schauspielerei ist mein Leben.“, kommentierte er hierzu auf Anfrage der SPASSMASKE. „Ich will bewusst Grenzen überschreiten.“ Ein echter Künstler eben.

Warum will Will nicht für die NSA arbeiten?

26. Januar 2012

Eine meines Lieblingsszenen aus Good Will Hunting:

und hier noch ein Link zur verkackten Synchronisation, falls ihr euch das lieber auf Deutsch anguckt.

http://www.youtube.com/watch?v=UDwaGhRiHbY

Lustiges Überwachungsprojekt

25. Januar 2012

Worauf man nicht so alles stößt, wenn man unschuldig und nichts ahnend durch das Internet surft. So kürzlich dieses kleine Schmuckstück:

DARPA kennen wir ja mittlerweile schon alle. Das sind die netten Herren und Damen, die uns den Terminator bauen. Aus diesem guten Hause, gab und gibt es allerdings auch andere erwähnenswerte Projekte. Beispielsweise das Information Awareness Office (IAO). Dessen Aufgabe es laut Wikipedia war, alle verfügbaren Merkmale der Bürger des Staates in einer Datenbank zentral zu sammeln. Diese sollten dann zum Schutz vor dem Terrorismus (zwinker, zwinker) ausgewertet werden. Dieses IAO Projekt trug den wenig Vertrauen erweckenden Namen  Total Information Awareness und wurde später in Terrorist Information Awareness umbenannt.

Oben seht ihr das ebenso wenig Vertrauen erweckende Logo (kein Scherz) des IAO. Das Projekt wurde nach Protesten eingestellt (zwinker, zwinker). Dass DARPA und die CIA über zwei Ecken das venture capital für Facebook geliefert haben (wenn man dubiosen Internetquellen glauben schenken mag), ist auch purer Zufall und hat nichts mit irgendwelchen klandestinen Überwachungsprojekten zu tun.

Aber ihr hat ja nichts zu verbergen. Oder?

Paintball mit scharfer Munition

23. Januar 2012

Der Titel sagt eigentlich schon alles. In Russland ist man eben einfach mal eine Nummer härter als du. Was machen die Menschen nicht alles, wenn ihnen langweilig ist? Manche gehen Ausländer verprügeln, andere schreiben Bücher, die die Welt nicht braucht… Ein paar von unseren russischen Genossen ziehen es vor, ihre Ballermänner aneinander auszuprobieren. Dieses Skill-Set ist im nächsten Bürgerkrieg bestimmt nützlich, oder wenn die Aliens kommen oder so. Außerdem lernt man unter Druck zu arbeiten. Sehr schön sind auch die improvisierten kugelsicheren Westen. Erinnert mich ein wenig an die Amis im Irak, da haben die das aus Materialmangel mit ihren Humvees gemacht. In Fachkreisen bekannt als „Hillbilly Armor“.

Iranische Spezialeinheit

21. Januar 2012

Ein Beispiel für die Emanzipation der Frau in der Islamischen Republik Iran.

SPD Adbusting

20. Januar 2012

Eine meiner Lieblingswohlfühlparteien da draußen! Mit Sarrazins Sohn als neuem Spitzenkandidaten geht dann ja vielleicht doch noch was, bei der nächsten Bundestagswahl. So lange kann man die schöne musikalische Untermalung genießen und sich auf die bevorstehende Machtübernahme freuen!

Freaky Friseurbesuch (2)

20. Januar 2012

Der Araber überlebte. Es stellte sich heraus, dass er sogar ein Stammkunde war. Der Großteil der Redebeiträge entfiel auf den Friseur und es schien ein subtiles Einverständnis über die Beackerung gewisser Themenfelder zu bestehen. Eine Prise Antisemitismus hier, subtil in den Hauptsatz eingewoben und im Nebensatz gleich wieder revidiert, ein wenig Lästern über die inkompetenten Führer der arabischen Länder, über die Saudis, die auf fromm tun, aber es im Sexurlaub im Ausland richtig krachen lassen.

Ok, ich würde das Experiment mit großer Wahrscheinlichkeit überleben. Von Minute zu Minute wuchs allerdings meine Verwirrung über die politischen Einstellungen des Ladeninhabers. Einerseits schien es ziemlich klar zu sein. Meine Notizen zeigten, dass bereits innerhalb der ersten Minuten folgende Worte gefallen waren: Thor Steinar, Türke, Neger, Judenstaat. Die ersten drei sind ja eventuell noch kontextabhängig. Bis auf den offensichtlich rassistischen Wortgehalt von “Neger”, sagte er nichts abwertendes über dunkelhäutige Menschen. Ich führte es also auf seine offensichtlich ausbaufähige Bildung zurück. Aber bei “Judenstaat” ist klar, aus welcher Ecke der Sprecher kommt. Das kann man nun wirklich nicht sagen, außer vielleicht in dem Satz: Judenstaat sagt man nicht, klein Adolf. Das folgende Gespräch zwischen uns liest sich dann auch wie eine Anleitung für’s Leben. Ich führe die gewonnenen Erkenntnisse hier in Stichpunkten auf. Hier also die Lebenstipps des Nazi-Friseurs aus dem Vorhof der Hölle:

  • Zwingt das Arbeitsamt dich, bei Betrieben vorstellig zu werden in denen du nicht arbeiten willst, so trinke zwei Schnaps vor dem Vorstellungsgespräch. Man wird dich als vermeintlichen Alkoholiker nicht einstellen
  • Wenn du mit Beamten auf dem Arbeitsamt in Konflikt gerätst, gib vor mehrere Semester Jura studiert zu haben
  • Kommentiere Lücken im Lebenslauf mit den Worten: “Da war ich im Knast, will ich nicht drüber reden.”
  • Gib auf dem Amt vor homosexuell oder ein Moslem zu sein und poche auf Diskriminierung (denn “in diesem Judenstaat muss man Moslem oder Jude sein, um irgendwas vom Staat zu bekommen)
  • Wenn du in den Knast kommst, schlage den Stärksten zuerst, um dir Respekt zu verschaffen (Ok, das ist trivial)
  • Wenn Beamte (auf dem Arbeitsamt) dir mit der Polizei drohen, weise sie darauf hin, dass sie bei dem Anruf deinen vollen Namen angeben sollen, damit die Polizei weiß, dass sie mit entsprechender Mannschaftsstärke anrücken soll
  • Bedrohe Beamte mit Kindern durch subtile Anspielungen (nicht das Ihr Kind mal mit nem Zettel nach Hause kommt, auf dem steht Mama soll nicht so’ne Scheiße bauen)

Das Gespräch fand in entsprechender Lautstärke im Mittelpunkt des Ladens statt, während ca. 5 andere Personen mehr oder weniger gespannt zuhörten. In Thüringen ist das normal.

Hier jibbet Drachen (irjendwo)

17. Januar 2012

Sehr guter Vortrag. Ist zwar schon etwas älter, aber guck es dir trotzdem an. Stichwort Informationsökonomie und so. Ich weiß, deine Aufmerksamkeitsspanne beträgt nur ca. 2,5 Minuten. Überdenke das doch mal. Oder friss dein Ritalin. Bidde schön.

Der zweite Teil meines Posts über den Friseurbesuch folgt zeitnah. Freaky, sag ich euch, freaky….

Freaky Friseurbesuch (1)

15. Januar 2012

Ich war heute beim Friseur und es war echt ein Erlebnis. Ich lief die Straße entlang und entschied mich für den erstbesten Mattenarzt. Ich setzte mich. Ein ostdeutscher Jüngling befand sich unter dem Messer des großgewachsenen, bierbäuchigen Friseurs, der munter und fast ohne Punkt und Komma redete.

Da ging es um die Universitätsausbildungen, die der Staat Leuten zahlt, die dann für multinationale Konzerne arbeiten, staatliche Subventionen für Unternehmen, etc. Ich hatte das Gefühl, eine Art konspirativer Zelle infiltriert zu haben. Hier ging es noch um Politik, das thüringer Äquivalent eines ägyptischen Kaffeehauses in der Nähe des Tahrir-Platzes.

Die Themen wechselten im Takt der Scherenschnitte. Mal ging es um Leiharbeit, im nächsten Moment um Jobs, die nach Polen verlagert würden, da sie nicht mal “ein Türke im Westen” machen würde. Langsam kamen mir erste Zweifel, ob ich nicht im falschen Laden gelandet sei. Als die Vorzüge von Thor Steinar Klamotten besprochen wurden, die der Friseur bestellt hatte, ohne zu wissen, dass es eine Nazi-Marke sei, spührte ich den Impuls, das Etablissement fluchtartig zu verlassen. Schließlich konnte es nicht mehr lange dauern, bis dieser 1,90m große, Thor-Steinar tragende Hühne mit Schere und Rasiermesser in gefährlicher Nähe zu meiner Halsschlagader herumfuhrwerken würde. Ich blickte mich hilfesuchend im Laden um und entdeckte… einen Araber! Dieser Umstand beruhigte mich etwas.

Er war als nächstes an der Reihe und stieg in die Diskussion ein. Thor-Steinar sei keine Nazi-Marke, sie gehöre einem saudischen Milliardär und überhaupt sei das ja alles so lange her mit den Nazis, das interessiere ja eh keinen mehr und andere Länder haben auch Scheiße gemacht und Arschlöcher gibt es überall. Nun gut, ich schien zumindest nicht in unmittelbarer Lebensgefahr zu schweben. Im Fall der Fälle, würde der Araber zuerst draufgehen.

To be continued…