Terrorangst und fanatische Ossis mit Rohrbomben

Naaaa…. Hast du Angst? Vor Terror?

Ein Freund hat mir gestern erzählt, wie eine Person, die kurz vor dem Schließen der Türen aus der U-Bahn sprang, fast eine Massenpanik in der Berliner U-Bahn auslöste. Das brachte mich dazu, mir mal wieder verstärkt zu diesem Themenkomplex Gedanken zu machen. Leider kommt dabei meistens nicht mehr als ein paar Gehirnfürze raus, aber was soll’s.

Wir leben schon in merkwürdigen Zeiten. Wenn man jemanden an einer Mülltonne sieht, weiß man nicht, ob er gerade etwas hineinwerfen oder herausfischen will. Wenn irgendwo ein allein gelassener Koffer steht, denkt man automatisch daran, wo man sich in Sicherheit bringen kann, um möglichst effektiv vor Schrapnell geschützt zu sein, anstatt dem rationalen Impuls zu folgen, ihn nach Wertsachen zu durchsuchen.

Ähnlich verhält es sich, wenn normales Verhalten im Lichte der uns beschallenden Propaganda neu interpretiert wird. Jemand steigt in einen Zug, hängt seine Jacke auf, stellt seinen Koffer ab und verlässt das Abteil. Geht er zum Bordrestaurant oder bringt er sich vor der bevorstehenden Explosion in Sicherheit? Sprechen die beiden Araber über Fußball oder haben sie dem öffentlichen Nahverkehr soeben den Dschihad erklärt? Man weiß es leider nie so richtig. Aber wäre es nicht ein interessantes soziales Experiment einfach mal „Bombe, Bombe“ zu schreien, wenn das nächste mal jemand aus der U-Bahn rennt? Oder vielleicht einfach mal als Taliban verkleidet seine Einkäufe im Bus liegen zu lassen? So kann man todsicher Spaß mit seinen Mitmenschen haben und wenn es Probleme gibt, kann man immer noch behaupten, man hätte selbst Todesangst gehabt.

Als Paranoiker fühle ich mich persönlich allerdings pudelwohl, in einer Gesellschaft, in der immer die süßliche Note von Angstschweiß in der Luft liegt, in der man nie weiß, in welchem Schatten die nächste Bedrohung lauert und in der man einfach durch sein eigenes Arschwasser schwimmt, wenn man irgendwo hin will, anstatt zu laufen. Außerdem hält es ja den Geist jung, wenn man ein konstruiertes Feindbild hat, mit dem man sich beschäftigen kann. Und nur weil man paranoid ist, heißt das ja bekanntlich nicht, dass SIE nicht wirklich hinter einem her sind. ;-)

Mir fällt übrigens grad ein, warum ich überhaupt angefangen habe das zu schreiben. In Hennigsdorf (irgendwo in Berlins finsterem Umland), wurde ein 24-Jähriger Rohrbombenbauer gefasst, der mehrere Explosionen verursacht hat. Nebenbei erklärt die Berliner Zeitung euch noch (im letzten Absatz des Artikels), wie man sich selbst so ein Teil baut. Nur falls jemand Bedarf hat…

Also gänzlich unbegründet ist die Angst, zu menschlichem Konfetti zersprengt zu werden nicht. Nur kann es halt passieren, dass der Täter ein Ossi ist und nicht ein bärtiger Dschihadi.

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