Posts Tagged ‘Überwachungsstaat’

Nur so nebenbei…

17. Mai 2012

Nur so nebenbei bemerkt: Das Bild kommt aus Athen. Das ist also in Griechenland, das sich ja bekanntlich (noch) in der EU befindet. Die fackeln da Polizisten ab! Da kann man jetzt dafür oder dagegen sein, interessant ist doch aber, das im Moment Wogen des (berechtigten) Hasses über unsere ach so zivilisierten Wohlstandsgesellschaften schwappen.

Wie wird das weitergehen in Griechenland, in Spanien, in Italien? Dort, wo die Jugendarbeitslosigkeit explodiert, die Menschen keine Perspektive mehr haben und WÜTEND sind, auf die Leute, die sie regieren und verwalten, werden wir in Zukunft mehr und mehr Proteste und staatsfeindliche Umtriebe sehen – und die entsprechende Gegenreaktion der Eliten.

Es ist eigentlich nicht so schwer zu prognostizieren, worauf wir da hinsteuern. Mehr Überwachung gegen die EIGENE Bevölkerung, Militarisierung der Grenzen, Beschränkung demokratischer Freiheiten – eine Art permanenter Ausnahmezustand.

Vielleicht kann man noch dagegensteuern… Aber eins ist klar: Das Zeitfenster dafür schließt sich.

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CISPA: Neues aus der Bananenrepublik

27. April 2012

Die amerikanischen Volksvertreter ziehen die Zwangsjacke, in denen die kollabierenden Überreste ihrer Demokratur stecken, grad noch ein bißchen enger. Das Atmen fällt dabei merklich schwerer und der Patient rast mit unaufhaltsamer Kontinuität auf den endgültigen Hirntod zu. Man ersinnt ja in den USA mit enormer Kreativität immer neue Methoden zur Repression. Das neueste heißt CISPA und wurde vom Repräsentantenhaus durchgewunken.

Das Gesetz sieht vor, dass Firmen Nutzerinformationen mit Regierungsbehörden teilen dürfen, wenn es um Cyber-Sicherheit geht. Die Firmen würden   gleichzeitig vor Zivilklagen geschützt. Umstritten ist besonders, dass der   Informationsaustausch „ungeachtet aller anderen Gesetze“ stattfinden darf. CISPA würde „jedes Privatsphäregesetz, das jemals in Kraft getreten ist, im   Namen der Cybersicherheit nichtig machen“, sagte der Politiker Jared Polis   vor der Abstimmung am Donnerstag.

Und SEHR überraschende Allianzen bilden sich hier auch. Die, die sowieso schon auf eure Privatsphäre kacken, legen noch mal ’ne dicke Extrawurst drauf:

 Das soziale Netzwerk Facebook und die Telekommunikationsfirma AT&T   befürworten das Gesetz nach eigenen Aussagen. Dies vor allem, weil es   Sicherheitsbehörden erlaubt, klassifizierte Informationen an sie   weiterzugeben, wenn ihre Netzwerke bedroht sind.

ARE YOU ENJOYING YOURSELF, SHEEPLE? THAT BURGER TASTE GOOD? HOW ABOUT YOU WAKE THE FUCK UP, YOU FAT FUCKS?!?!?!

http://www.abendblatt.de/ratgeber/multimedia/article2259837/USA-Repraesentantenhaus-winkt-Ueberwachungsgesetz-durch.html

Unterwürfiges EU-Parlament

19. April 2012

Liebe EU-Parlamentarier,

was machen Sie da eigentlich? Mit Schrecken muss ich lesen, dass Sie, wenn ich fliege, alle möglichen Daten einfach an die USA weitergeben wollen. Warum? Liegt das einfach daran, dass die USA genug politischen Druck ausüben können? Werden Sie meine Daten auch an China weitergeben, falls das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei dies verlangt? Warum soll eine verdachtsunabhängige Weitergabe dieser Daten erfolgen.

Damit können die Daten weiter ohne Verdacht und Anlass gesammelt werden und bis zu 15 Jahre gespeichert bleiben. Zu den dabei erfassten Informationen gehören Name, Anschrift, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Kreditkartennummer, aber auch Serviceleistungen an Bord, etwa die Menüauswahl und gegebenenfalls Buchungen für Hotels und Mietwagen.

Alter, Ihr wollt speichern, was ich ESSE? Wie KRANK SEID IHR EIGENTLICH??? STAAAASI!!!! SKANDAL!!! Und wer stimmt für sowas? Die Konservativen sowieso und natürlich… Trommelwirbel… die so genannten Sozialdemokraten. Wer hat uns verraten? Richtig! Genau die! Mir wird mal wieder schlecht… Ich geh kurz kotzen und bin bald wieder für euch da.

http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2012-04/fluggastdaten-usa-eu-parlament

Lustiges Überwachungsprojekt

25. Januar 2012

Worauf man nicht so alles stößt, wenn man unschuldig und nichts ahnend durch das Internet surft. So kürzlich dieses kleine Schmuckstück:

DARPA kennen wir ja mittlerweile schon alle. Das sind die netten Herren und Damen, die uns den Terminator bauen. Aus diesem guten Hause, gab und gibt es allerdings auch andere erwähnenswerte Projekte. Beispielsweise das Information Awareness Office (IAO). Dessen Aufgabe es laut Wikipedia war, alle verfügbaren Merkmale der Bürger des Staates in einer Datenbank zentral zu sammeln. Diese sollten dann zum Schutz vor dem Terrorismus (zwinker, zwinker) ausgewertet werden. Dieses IAO Projekt trug den wenig Vertrauen erweckenden Namen  Total Information Awareness und wurde später in Terrorist Information Awareness umbenannt.

Oben seht ihr das ebenso wenig Vertrauen erweckende Logo (kein Scherz) des IAO. Das Projekt wurde nach Protesten eingestellt (zwinker, zwinker). Dass DARPA und die CIA über zwei Ecken das venture capital für Facebook geliefert haben (wenn man dubiosen Internetquellen glauben schenken mag), ist auch purer Zufall und hat nichts mit irgendwelchen klandestinen Überwachungsprojekten zu tun.

Aber ihr hat ja nichts zu verbergen. Oder?

Du feige Sau!

25. Januar 2010

Meiner Meinung nach hat jeder Mensch, der Angst vor Terrorismus hat, einen an der Waffel. Aber nicht zu knapp! Vielleicht sollte ich spezifizieren: Wer Angst davor hat, bei einem Terrorattentat zu sterben ist ein Idiot!

Das gilt natürlich nicht für alle Leute auf der Welt, Gott bewahre. Wenn man in einem der frisch befreiten und zwangsdemokratisierten Länder der Welt wohnt – im Irak oder in Afghanistan beispielsweise – hat man allen Grund dazu, vor Terror Angst zu haben.

Nein, nein – ich rede von DIR! DU, der du am Monitor klebst und schon langsam viereckige Glubschaugen bekommst. Angst? Terrorangst?

Natürlich spüre ich schon das Schwert des Damokles über meinem Nacken – der Vorwurf der Verharmlosung steht im Raum und wartet nur darauf mir auf den Teppich zu kacken. Aber eigentlich will ich das ja auch – Verharmlosen, meine ich.

Kennst du jemanden, der bei einem Terroranschlag gestorben ist? Jemanden, der jemanden kennt? In Deutschland? Das bedeutet natürlich nicht, dass es nicht passieren kann – ganz im Gegenteil! Alles Mögliche kann nämlich passieren.

Natürlich KANN es passieren, dass der Dschihad vor deiner Tür ausbricht, du ins falsche Flugzeug steigst, die falsche Karikatur malst (und plötzlich der Axtmann in deinem Schlafzimmer steht), etc.

Allerdings kannst du auch vom Auto überfahren werden, dein neuer Silikonbusen kann platzen, das Flugzeug kann ohne Terroreinwirkung abstürzen, du holst dir einen tödlichen Krebs beim Sonnenbaden auf Mallorca oder wirst in der Karibik von einer Kokosnuss erschlagen (weltweit jährlich 150 Tote durch Kokosnusseinschlag!). Davor Angst? NEIN! Keiner hat davor Angst! Es wird weiter munter Auto gefahren, Titten aufgeschnitten, die Wohlstandsplauze gen UV-Strahlung gereckt und ich zucke nicht mal mit der Wimper, wenn ich irgendwo eine Kokosnusspalme sehe.

Stellt euch jetzt mal vor ich wäre Innenminister und würde euch erzählen, dass ich alle Kokosnussbäume abholzen muss, Autos nur noch auf Schienen fahren dürfen, Sonnenbaden nur noch unter Aufsicht stattfindet und jedes Paar Silikoneuter von mir erstmal auf Stabilität und Grifffestigkeit geprüft werden muss. Mit Recht würde man mich für einen riesigen Volltrottel halten.

Wenn dann aber von den Herren Politikern die rhetorische Terrorismuskeule geschwungen wird, soll plötzlich jedes Mittel recht sein und alle Zwecke sowieso. Wir sollen dann nur noch an den richtigen Stellen mit dem Schwanz wedeln und mit dem Kopf nicken, wenn durch die astronomische Summen kostende Aufstockung der Arsenale des Überwachungsstaats unsere angebliche Sicherheit angeblich erhöht wird. Prost Mahlzeit.

Banksy

24. September 2009

banksy_cctv

Banksy, Street-Artist und Untergrundaktivist, mag auch keine Überwachungskameras. Man möge auf die schöne Kamera auf der rechten Seite des Bildes achten. Scheint wirklich nicht die beste Abschreckungsmethode zu sein, um IRGENDETWAS zu verhindern…

I like to think I have the guts to stand up anonymously in a western democracy and call for things no-one else believes in – like peace and justice and freedom.“ – Banksy

CCTV, Baby!

22. September 2009

Ich gebe es ja zu. Ich war schon kurz davor meinen Vorgarten mit Sicherheitskameras auszurüsten, alle Schlösser im Haus auszutauschen und ein paar Selbstschussanlagen zu installieren. Eventuell noch eine Bärenfalle hier oder da, Sprengfallen, eine humane Tretmine vielleicht. Nichts, was potentielle Eindringlinge gleich tötet, ich meine ich will ja niemanden umbringen, aber vielleicht ein Bein absprengen oder wenigstens ein paar Zehen…

Man kann sich ja inzwischen kaum mehr in seinen eigenen vier Wänden sicher fühlen. Die Gesellschaft ist durchaus gewalttätiger geworden und was sind wir Menschen, wenn nicht Spiegelbilder der Gesellschaft, in der wir leben? Darum bewege ich mich nah am Puls der Zeit – wer rastet, rostet bekanntlich. Ich passe mich lediglich aus Gründen des Selbstschutzes meiner Umgebung an. Und die Liste der Bedrohungen ist lang: Gewalttätige Jugendliche, Amokläufer, Taliban, blutrünstige Migrantenhorden, Gangsta-Rapper, Paintballspieler, Sozialbetrüger, Drogendealer, Junkies, Al Kaida, Schweinegrippeinfizierte, wilde Bären, Serienmörder und militante Nichtraucher.

Kaum ein Tag vergeht, an dem ich nicht vor Angst zitternd die Hände über dem Kopf zusammenschlage, mich in den Schlaf weine und mir einen Retter wünsche, der das personifizierte Böse bekämpft. Jemanden vom Schlag eines Batmans, Supermans, Wolfgang Schäubles. Einen Rettertyp, eben. Leider scheint das mit den Überwachungskameras laut Tagesschau nicht ganz so gut zu klappen, wie ich mir das vorgestellt habe. Aber die Selbstschussanlage habe ich schon bestellt!

Fahrrad, Holmes und Polizeigewalt

13. September 2009

Da stand ich mitten in der Demo und begann mich zu wundern, warum alle um mich herum schwarz gekleidet waren…Sonnenbrillen trugen…drohend die Fäuste gen uniformierte Ordnungshüter reckten. Plötzlich fiel der Groschen! Ein Zusammenspiel aus messerscharfer Beobachtungsgabe, Menschenkenntnis und Deduktion, das einem Sherlock Holmes wahrlich alle Ehre gemacht hätte, ließ mich den Schluss ziehen, dass ich mich hier wohl im Schwarzen Block befand. Vielleicht doch nicht der beste Platz, um friedlich zu demonstrieren, ging es mir durch den Kopf. Nichtsdestotrotz blieb ich, im besten Ströbele-Stil lässig an mein Fahrrad gelehnt, an Ort und Stelle. In meiner Entscheidung bestärkte mich der Unwollen, mich durch die Menschenmassen zu manövrieren, sowie der Umstand, dass ich mich durch meinen Drahtesel als Steineschmeißer disqualifizierte (freihändig fahren ist nicht mein Ding). So wähnte ich mich ausreichend vor eventuellen Verwechslungen seitens der StaatsGEWALT geschützt. Bei anderen Demonstrationsteilnehmern ging diese Taktik nicht auf, wie das obige Video eindrucksvoll zeigt.